Brotfabrik, Wien

Büro und Gewerbe

  • Um das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1909 zu einem Bürostandort mit besonderen Qualitäten zu transformieren, mussten zahlreiche Maßnahmen realisiert werden. Notwendig waren zusätzliche Vertikalerschließungen sowie sehr differenzierte Bürozuschnitte, die manchmal auf einer Ebene organisiert sind, manchmal als Split-Level, aber auch zweigeschossig. H&V sind mit dem Bestand überaus respektvoll umgegangen, alle Interventionen kann man ablesen. Wichtig war, dass die unschöne Feuermauer eines Turnsaals, die das Grundstück in der Tiefe definiert hat, verschwunden ist. Man hat einen relativ niedrigen, nur reigeschossigen Neubau mit einer transluzenten Profilitfassade davor gesetzt, der die Garagenabfahrt aufnimmt und als Archiv und Lagerraum genutzt wird.

    Nennenswerte Besonderheit: Auf dem Dach gibt es eine Stahl-Pergola mit Streckmetall-Verkleidung und ein Lavendelfeld - Freizeitqualität also, mitten im Arbeitsstress. Sehr speziell sind auch die Dachaufbauten auf einem anderen Gebäudeteil: drei rund, zwei eckig, aber alle mit dem Touch des lautlos gelandeten Ufos, in dem sich (spielerisch) denken lässt. Von außen sichtbare Hauptattraktion ist das Atrium. Es wurde leicht abgesenkt, damit auch die Arbeitsräume ganz unten ausreichend Licht bekommen. Und es erhält durch eine ziemlich spektakuläre architektonische Maßnahme - ein dunkel gefärbtes, schwungvoll gekurvtes Beton-Rankgerüst - seinen ganz eigenen Charakter. Architektonisches Schichtendenken in Reinkultur, der Bestand schimmert durch, die zeitgenössische Intervention legt sich vorsichtig darüber.

Informationen

Adresse:
Hasnerstraße 123, 1160 Wien

Bauherr:
Kallco Projekt GmbH

Nutzfläche:
5.500 m²

Planungsbeginn:
1997

Baubeginn:
1999

Fertigstellung:
2001